{"id":693,"date":"2019-01-26T13:29:31","date_gmt":"2019-01-26T12:29:31","guid":{"rendered":"http:\/\/chalo-india.de\/chaloindia\/?p=693"},"modified":"2019-01-26T15:38:11","modified_gmt":"2019-01-26T14:38:11","slug":"aditi-rao-hydari-interview","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/chalo-india.de\/chaloindia\/2019\/01\/26\/aditi-rao-hydari-interview\/","title":{"rendered":"Interview mit der Schauspielerin Aditi Rao Hydari aus Padmaavat"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_695\" aria-describedby=\"caption-attachment-695\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-695 size-medium\" src=\"http:\/\/chalo-india.de\/chaloindia\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Padmaavat-Aditi-300x173.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"173\" srcset=\"http:\/\/chalo-india.de\/chaloindia\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Padmaavat-Aditi-300x173.jpg 300w, http:\/\/chalo-india.de\/chaloindia\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Padmaavat-Aditi-768x443.jpg 768w, http:\/\/chalo-india.de\/chaloindia\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Padmaavat-Aditi.jpg 936w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-695\" class=\"wp-caption-text\">Aditi Rao Hydari in PADMAAVAT.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Schauspielerin aus einer adeligen Familie spielt in PADMAAVAT, der im Rahmen der <a href=\"http:\/\/chalo-india.de\/chaloindia\/2018\/12\/10\/indische-filmtage-2019-im-schlosstheater-muenster\/\">Indischen Filmtage<\/a> gezeigt wird, eine bedeutende Nebenrolle als K\u00f6nigin Mehrunisa und Filmpartnerin von Ranveer Singh. Im Rahmen des Chalo India Festivals in M\u00fcnster gab es auch schon eine Skype-Konferenz mit ihr, bei der Besucher der Schauspielerin pers\u00f6nlich Fragen stellen konnten. Im Interview mit dem deutschen Bollywood-Magazin <a href=\"http:\/\/www.ishq.de\">ISHQ<\/a> letztes Jahr sprach sie unter anderem eingehend \u00fcber ihre Rolle in dem opulenten Kost\u00fcmdrama. Hier ein Auszug daraus:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie kennen Ihren PADMAAVAT-Co-Star Ranveer Singh schon sehr lange. Inzwischen ist er sehr erfolgreich und hatte nicht viele R\u00fcckschl\u00e4ge zu verarbeiten. Hat ihn das in irgendeiner Form ver\u00e4ndert oder war er schon immer so selbstbewusst?<\/strong><br \/>\nIch m\u00f6chte eigentlich nicht hinter Ranveers R\u00fccken \u00fcber ihn reden. Aber ich habe vor acht Jahren mit ihm gearbeitet, dabei ging es um eine Tanz-Installation von Shaad Ali (Regisseur von BUNTY &amp; BABLI) in Paris. Er ist eigentlich noch immer derselbe Mensch. Er ist noch genauso liebevoll, lebensfroh, engagiert bei seiner Arbeit und enthusiastisch. Er hat noch genauso viel Energie wie damals. Zu der Zeit hatte noch keiner von uns Arbeit, da wir beide noch Newcomer waren in dem Gesch\u00e4ft. Er gibt immer alles und das ist beeindruckend.<\/p>\n<p><strong>Und wie war es, jetzt wieder mit ihm zu arbeiten?<\/strong><br \/>\nWir waren nun schon l\u00e4nger befreundet, also machte es nat\u00fcrlich Spa\u00df mit ihm zu arbeiten. Die Beziehung unserer Figuren war nat\u00fcrlich sehr intensiv. Das ist die Sorte Film, bei der man voll und ganz eintauchen muss. Es gab also nicht viele Momente, in denen wir abschalten und entspannen konnten. Wir mussten uns immer auf etwas vorbereiten. Aber wir haben auch manchmal zusammen zu Mittag gegessen und uns unterhalten. Ich habe ihn wirklich sehr gerne. Wir verstehen uns gut und ich vertraue ihm. Ich wei\u00df, dass er auf mich aufpasst und das ist toll. Er w\u00fcrde zum Beispiel sagen: \u201eIch bin so stolz auf dich. Ich habe gesehen, was du gemacht hast!\u201c Er ist ein wirklich guter Mensch.<\/p>\n<p><strong>Als ich zum ersten mal den Trailer sah, dachte ich schon, dass die Khiljis etwas wie Barbaren dargestellt werden im Film. Ich denke, Ihre Figur balanciert das vielleicht etwas aus. Aber ist es m\u00f6glich, dass die Beschwerden der Rajputen w\u00e4hrend der Dreharbeiten zu einer solchen Darstellung f\u00fchrten oder war das alles Sanjay Leela Bhansalis Vision?<\/strong><br \/>\nIch denke, Sanjay Sir hat sich ziemlich an seine Vision gehalten. Vielleicht hat sich die Tonart etwas ver\u00e4ndert, aber das kann ich wirklich nicht sagen. Das ist etwas sehr Pers\u00f6nliches f\u00fcr einen Filmemacher, wie man mit so etwas umgeht. Also kann ich das nur schwer kommentieren. Aber ich kenne den Kritikpunkt und ich denke nicht, dass es die Intention war, die Figur so darzustellen. Es sollte eher seine obsessive Pers\u00f6nlichkeit und gest\u00f6rte Habgier unterstreichen, seine Entschlossenheit. Ranveer hat das auf eine bestimmte Art gespielt, wegen der sich das vielleicht so angef\u00fchlt hat. Letztendlich war er ein Eroberer. Alauddin Khilji war auch bekannt f\u00fcr viele Reformen und hat \u2013 historisch gesehen \u2013 auch viele beeindruckende Sachen gemacht. Aber in dieser Geschichte geht es um einen Aspekt seines Lebens und seiner Pers\u00f6nlichkeit. Um das herauszubringen, wurde es auf eine bestimmte Art und Weise dargestellt. Aber die Absicht war nicht, ihn als Barbaren zu zeigen.<br \/>\nIn seinem Leben gibt es aber auch eine Person, die Reinheit, Wahrheit und G\u00fcte verk\u00f6rpert. Mehrunisa repr\u00e4sentiert sozusagen das Gute in seinem Leben. Ich fand dieses Gleichgewicht zwischen diesen beiden \u2013 das Yin und Yang \u2013 war wirklich wichtig. Auf den ersten Blick denkt man sofort, dass sie das komplette Gegenteil voneinander sind. Er ist diese extrem maskuline, raue Energie und sie ist sehr feminin, voller Liebe und reinen Herzens. Das finde ich so faszinierend. Wenn man Ranveer vor sich hat, reagiert man ganz instinktiv auf das, was er macht.<br \/>\nSanjay Sir hatte au\u00dferdem sehr genaue Vorstellungen, was er mit Mehru machen wollte. Sie sieht vielleicht zerbrechlich, sanft, grazil und k\u00f6niglich \u2013 wie eine Prinzessin eben \u2013 aus, aber zugleich ist sie auch furchtlos, weil sie eine Prinzessin ist. Als Jalaluddins Tochter schaut sie ihm furchtlos in die Augen. Ich finde, das ist so wundervoll an ihr und Sanjay Sir hat sich entschieden, sie so zu zeigen. Sie ist kein Opfer ihrer Umst\u00e4nde. Sie h\u00e4lt dagegen und zugleich ist sie verantwortlich f\u00fcr den Khilji-Clan.<\/p>\n<p><strong>Deswegen hatten wir uns eigentlich auch gew\u00fcnscht, dass die Rolle etwas gr\u00f6\u00dfer w\u00e4re, denn es gibt da so viel zu erkunden.<\/strong><br \/>\nAber in der Geschichte geht es ja nicht um Khilji und Mehru. Eigentlich geht es um die K\u00f6nigin Padmavati und um Khiljis Besessenheit von ihr. Er hat sie nicht einmal gesehen. Seine Fixierung basiert also nur auf etwas, was ihm erz\u00e4hlt wird und und das will er unbedingt besitzen. Ob es um Land, Frauen oder Edelsteine geht \u2013 wenn er etwas haben will, dann macht er alles, um es zu bekommen. Darum geht es also. Man kann dann nicht mittendrin einen anderen Aspekt seines Lebens beleuchten. Au\u00dferdem finde ich, dass Sanjay Sir und der Drehbuchautor, Mehrunisa sehr sch\u00f6n ausgearbeitet haben. In den paar Zeilen, die sie sagt und in den wenigen Szenen, kommt ihr Charakter so wundervoll r\u00fcber. Ich wei\u00df jetzt, warum Sanjay Sir zu Beginn zu mir sagte: \u201eEs ist eine besondere Rolle und du wirst in den Credits als spezieller Gastauftritt genannt.\u201c Ich hatte auch kein Problem, als er sagte, dass wir vorher nicht dar\u00fcber reden sollten. Denn er meinte, wenn der Film erscheint, werden die Leute von der Figur ber\u00fchrt sein. Und es ist wahr, das ist genau, was passiert ist. Ich bin wirklich \u00fcberw\u00e4ltigt von den R\u00fcckmeldungen, die ich bekommen habe.<\/p>\n<p><strong>An einer Stelle sagt Ihre Figur, dass sie Alauddin Khilji kein Verbrechen begehen lassen will. Glauben Sie Mehrunisa versucht, Khilji zu \u00e4ndern oder nutzt sie ihren Status, um anderen zu helfen, die er terrorisiert?<\/strong><br \/>\nIch denke, es ist eine Kombination aus beidem. Am Anfang, wenn er sagt, dass er sie zur Frau nehmen will, wei\u00df man zum Beispiel, dass sie eine Jugendliebe verbindet. Sie ist 16, als sie ihn heiratet, und sie ist verliebt in ihn. Er hat einfach etwas. Ich finde zum Beispiel interessant, dass es da schon Respekt zwischen den beiden gibt. Sie ist seine K\u00f6nigin. Es liegt nat\u00fcrlich in seiner Natur, dass er sie herumschubst, aber das sch\u00fcchtert sie nicht ein, denn sie wei\u00df, dass er es sich mit ihr auch nicht verscherzen will. Sie wei\u00df schon, dass er sie liebt und dass er ihren Status als K\u00f6nigin anerkennt. Sie hat ihre W\u00fcrde und sie kennt ihren Platz und den h\u00e4lt sie selbstbewusst inne.<br \/>\nWenn sie also am Ende zu ihm sagt, dass sie ihn dieses Verbrechen nicht begehen lassen will, macht sie das zum einen, weil sie ihn liebt. Sie repr\u00e4sentiert aber auch das Gute in Khilji, das man sonst nicht sieht. Sie fungiert also als sein Gewissen. Er ist wie ein selbstverliebtes Tier, das macht, was es will und ihre gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke ist ihre Selbstlosigkeit. Ich denke, sie m\u00f6chte den Menschen helfen, aber sie will auch den Mann, den sie liebt, vor seiner S\u00fcnde bewahren. Sie ist wirklich ein sehr reiner und sch\u00f6ner Charakter. Sie versucht als Prinzessin ihren Leuten und ihrer eigenen Verantwortung gerecht werden.<\/p>\n<p><strong>Das ist nun schon das zweite Mal, dass Sie eine Frau spielen, die in einen Mann verliebt ist, der einem Angst einjagen kann. Das erste Mal war nat\u00fcrlich Mani Ratnams Kaatru Veliyidai. Sie spielen das so gut, dass man das wirklich glaubt. Aber k\u00f6nnen Sie Frauen verstehen, die solche M\u00e4nner lieben, obwohl sie sie respektlos behandeln?<\/strong><br \/>\nOkay, ich sehe das in beiden F\u00e4llen etwas anders \u2013 sowohl in Kaatru Veliyidai als auch hier: Man kann respektlos behandelt werden, aber solange man demjenigen die Stirn bietet und sich nicht unterkriegen l\u00e4sst, verliert man auch keinen Respekt. Wenn man sich das aber gefallen l\u00e4sst und erlaubt, dass so etwas mit einem gemacht wird, dann ist das respektlos. Wenn man schlecht behandelt wird, dann kann man das auch \u00e4ndern. Die Leute respektieren dich nur, wenn du dich selbst respektierst. In Kaatru Veliyidai und in Padmaavat haben die M\u00e4nner das Problem, dass sie sehr besitzergreifend sind, ihre Wut nicht kontrollieren k\u00f6nnen und arrogant sind. Beide M\u00e4nner haben das. Aber die Frauen halten dagegen und deswegen h\u00f6ren die Beziehungen auch auf, ungesund zu sein. Sie lassen sich das nicht gefallen.<br \/>\nWenn man einen Film guckt, dann kommt es sehr darauf an, wie man das als Zuschauer wahrnimmt. Ich fand zum Beispiel nicht, dass meine Figur in diesen Filmen misshandelt wird. Denn irgendwo ziehen meine Charaktere Grenzen und sagen: \u201eSorry, Junge, so geht das nicht.\u201c<br \/>\nIch denke, es erfordert viel Mut, jemandem in die Augen zu schauen und zu sagen, dass man ihn liebt. Die meisten Menschen aus unserer Generation k\u00f6nnen das \u00fcberhaupt nicht, weil sie Angst haben. Wenn zum Beispiel Leela aus Mani Sirs Film vor diesem Mann steht und ihm sagt: \u201eDu hast dich nicht im Griff und ich denke, du bist nicht bereit hierf\u00fcr. Ich kann nicht mit dir zusammen sein, wenn du so bist. Aber es ist eine Tatsache, dass ich dich liebe und es bricht mir das Herz, dich zu verlassen. Aber ich muss dich verlassen.\u201c Da steckt so viel W\u00fcrde und Mut drin. Es ist eigentlich der Mann, der v\u00f6llig kaputt ist. Er ist verletzt und er hat selbst \u00fcberhaupt keine Kontrolle \u00fcber die Situation. Er wei\u00df \u00fcberhaupt nicht, wie er daraus hervorgehen soll, wie er der Mann sein kann, der er f\u00fcr sie sein will. Deswegen sind die Frauen die Starken in diesen Geschichten. Viele Leute haben sich bei Leela gefragt, warum sie zu diesem Mann zur\u00fcck geht. Mani Sir ist ein sehr intelligenter Filmemacher, der gerne Metaphern verwendet. Wenn er also nach einiger Zeit zur\u00fcckkehrt \u2013 er hat Berge und Seen \u00fcberwunden, die seine innere Reise symbolisieren \u2013 und sich ge\u00e4ndert hat, dann nimmt sie ihn zur\u00fcck, weil sie ihn von ganzem Herzen liebt. Aber sollte er sich nicht ge\u00e4ndert haben, dann w\u00fcrde sie ihn wieder verlassen.<br \/>\nIch denke beide Filmemacher haben diesen Frauen viel Handlungsmacht und Respekt gegeben, deswegen w\u00fcrde ich abstreiten, dass sie in sch\u00e4dlichen Beziehungen stecken. Diese M\u00e4nner sind sicherlich verkorkst und die Frauen sind sehr gro\u00dfz\u00fcgig, aber nicht auf eine unterlegene Art. Deswegen LIEBE ich diese beiden Figuren. Ich habe sie als starke Frauen gespielt, nicht als Opfer und ich denke, das ist es, was den Leuten gefiel \u2013 abgesehen davon wie sie geschrieben und inszeniert wurden, nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p><strong>Klar, das sieht man auf jeden Fall. Vielleicht ist es nur unangenehm zu sehen, weil man im Hinterkopf hat, dass es eben viele Frauen in ungesunden Beziehungen gibt, die auch wirklich diese M\u00e4nner lieben, aber eben nicht f\u00fcr sich selbst einstehen k\u00f6nnen.<\/strong><br \/>\nJa, absolut! Aber man sieht diese Frau \u2013 die sehr feminin ist, die sanft, liebevoll verst\u00e4ndnisvoll, geduldig ist \u2013 und sie schaut diesem Mann in die Augen und sagt ihm: \u201eIch liebe dich, aber ich kann das nicht ertragen.\u201c Mehr Frauen sollten das so machen.<br \/>\nIch habe von beiden Figuren sehr viel gelernt, denn ich bin ihnen sehr \u00e4hnlich. Ich meine, nat\u00fcrlich sehe ich so aus wie sie (lacht), aber auch von der Pers\u00f6nlichkeit her: Ich bin sehr sensibel und liebevoll. Ich glaube an die Liebe. Ich habe daraus mitgenommen, dass diese Emotionen einem viel Kraft verleihen und furchtlos machen. Das hat mich sehr inspiriert.<\/p>\n<p><strong>Sie haben in der Vergangenheit auch gesagt, dass Sie Feministin sind. In Bollywood muss man da aber sicher manchmal Szenen drehen, die einem widerstreben. Versuchen Sie dann die Filmemacher umzustimmen oder wollen Sie kein Theater machen?<\/strong><br \/>\nTats\u00e4chlich finde ich das sehr wichtig. Als M\u00e4dchen reagiert man auf Manches sicherlich sensibler, weil man bestimmte Erfahrungen gemacht hat. Man ist also sensibilisiert f\u00fcr die Sachen, die um einen herum geschehen. So viele Leute um mich herum sprechen \u00fcber solche Themen und ich bin in einem Umfeld mit Gleichberechtigung aufgewachsen. Geschlechterdiskriminierung habe ich nie erfahren und es ist nicht in meine Psyche eingedrungen. Wenn Leute sich dann in einer abweichenden Art \u00e4u\u00dfern, dann m\u00f6chte ich sie darauf hinweisen und das mache ich dann auch. So ist das zum Beispiel zuletzt bei den Dreharbeiten von Bhoomi geschehen. In dem Film geht es um ein M\u00e4dchen, das auf dem Land vergewaltigt wird. Sie stellt sich gemeinsam mit ihrem Vater gegen ihre Vergewaltiger. Ich habe den<br \/>\nFilm gemacht, weil ich dachte, er k\u00f6nnte ein l\u00e4ndliches Publikum erreichen. Aber der Grundton des Films war ein anderer als es auf dem Papier schien. Ich wei\u00df nicht, ob sie meine Anmerkungen angenommen haben. An manchen Stellen, haben sie etwas ver\u00e4ndert, an anderen nicht. Aber das h\u00e4ngt am Ende vom Regisseur ab, denn Film ist ein Medium des Regisseurs. Als Schauspieler kann man also auf gewisse \u00c4nderungen bestehen und seine Sichtweise erkl\u00e4ren. Aber wenn man f\u00fcr einen Film unterschrieben hat, dann muss man diesen auch durchziehen. Es gibt da eine Szene im Film, nachdem sie dieses traumatische Erlebnis hatte, in der der Vater des M\u00e4dchens sehr bedr\u00fcckt ist und sie sagt zu ihm: \u201eWie lange willst du noch weinen? Ich will mich nun einfach wieder auf mein Leben konzentrieren.\u201c Im Original lautete die Zeile: \u201eWas soll\u2018s, wenn die Welt sich nicht ver\u00e4ndert? Wir k\u00f6nnen uns ver\u00e4ndern.\u201c Das hat mich sehr aufgeregt und ich wollte das so nicht sagen. In vielen solcher F\u00e4lle gibt man den M\u00e4dchen das Gef\u00fchl, dass sie etwas falsch gemacht haben. Die Welt soll sich also nicht ver\u00e4ndert, aber diese M\u00e4dchen sollen sich anpassen, um diesen Verbrechen zu entgehen. Das ist doch nicht richtig. Warum sollen wir uns \u00e4ndern? Wir haben also eine Weile dar\u00fcber diskutiert und der Regisseur war sehr offen f\u00fcr meinen Vorschlag, aber der Autor nicht. Ich habe mich allerdings durchgesetzt, weil ich das so nicht sagen konnte. Den Film habe ich gemacht, damit diese M\u00e4dchen sehen, dass das so etwas nicht das Ende ihres Lebens ist. Sie k\u00f6nnen danach in W\u00fcrde weiterleben. Es ist tats\u00e4chlich die Schande eines anderen und nicht deine. Jetzt hei\u00dft es im Film: \u201eJa, vielleicht wird sich die Welt nicht ver\u00e4ndern, aber ich kann noch immer erhobenen Hauptes und in W\u00fcrde leben und furchtlos andere vor diesem Schicksal bewahren.\u201c Nach einiger Zeit hatte ich auch Unterst\u00fctzung daf\u00fcr, aber darauf musste ich erst einmal bestehen. Manchmal klappt so etwas und manchmal nicht.<\/p>\n<p><strong>Ich habe auch irgendwo gelesen, dass Kiran Rao<em> (die Ehefrau von Aamir Khan)<\/em> Ihre Cousine ist. Haben Sie sie jemals gefragt, Sie jemandem vorzustellen oder wollten Sie es so nicht machen?<\/strong><br \/>\nNein, das wollte ich nie. Ich halte meine Familie komplett aus meiner Arbeit heraus und rede nicht einmal dar\u00fcber, weil ich das sehr pers\u00f6nlich finde. Also gebe ich mir m\u00fche, das nicht zu vermischen. Das ist sehr schwierig, weil viele Leute danach fragen. Familie ist f\u00fcr mich heilig und deswegen will ich das nicht mit meiner Arbeitswelt in Verbindung bringen. Ich erz\u00e4hle ihr nat\u00fcrlich, was ich mache, aber wir diskutieren dar\u00fcber nicht. Ich verbringe lieber Zeit mit ihr als eine Schwester. Wir brauchen alle unsere Auszeit und sind dann f\u00fcreinander da.<br \/>\n<em>(Anm. d. ISHQ Red.: Aditi Rao Hydari hat bisher nie in einem Projekt mitgespielt, an dem Kiran Rao beteiligt war. Ihrer Cousine wird h\u00f6chstens in Delhi-6 gedankt, aber darin spielte sie selbst nur eine sehr kleine Rolle, lange bevor sie ernsthaft wahrgenommen wurde.)<\/em><br \/>\nIch hatte nie irgendwelche Unterst\u00fctzung in der Filmindustrie und da ist nat\u00fcrlich jeder Tag ein Kampf. Dabei geht es nicht unbedingt darum Arbeit zu bekommen, denn es gibt genug Arbeit da drau\u00dfen. Es ist jedoch schwer, gute Jobs zu bekommen. Aber ich glaube, obwohl Leute das Gef\u00fchl haben, dass die Filmwelt eine Vetternwirtschaft ist, denke ich schon, dass Talent auch entscheidend ist. Ich habe so viel Liebe und Unterst\u00fctzung von anderen Menschen und Fans erfahren, oder von Regisseuren, die mich in ihrem Film haben wollten. Ich denke, das z\u00e4hlt auch und ich kann mich wirklich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. Man kann es auf die eigene Art schaffen, man muss nur von sich selbst und seinem Weg \u00fcberzeugt sein! Dein Talent muss einfach Priorit\u00e4t haben und alles andere sollte nebens\u00e4chlich sein: Dein Aussehen oder dein Tanzen, das alles ist einfach zus\u00e4tzlich. Wenn man sich auf die Schauspielerei konzentriert, dann bekommt man auch eine Karriere, die l\u00e4nger anh\u00e4lt. Ich habe mit einigen der besten Regisseure unseres Landes gearbeitet und das war wirklich fantastisch. Ich denke, gerade mein Film mit Mani Ratnam hat mir viele T\u00fcren er\u00f6ffnet. Inzwischen sind gute Regisseure \u00fcber die Hindi-Filmindustrie hinaus auf mich aufmerksam geworden. Jetzt bin ich wirklich offen f\u00fcr unterschiedliche Erfahrungen. Indien ist so ein gro\u00dfes Land und die Tatsache, dass ich in verschiedenen Regionen arbeiten kann, ist eine wunderbare Gelegenheit. Ich wurde \u00f6fter gefragt, wie es ist, in einer Sprache zu arbeiten, die ich nicht verstehe und ich sage dann immer: Es geht nicht um die Sprachen, die L\u00e4nder, Religionen oder Kasten. Der Regisseur ist der Kapit\u00e4n des Schiffes und das ist ausschlaggebend. (Mani Ratnam hat unter anderem Dil Se auf Hindi gedreht, ohne die Sprache zu sprechen.) Au\u00dferdem geht es in Filmen um Gef\u00fchle und die kennen keine Sprache. Mir gef\u00e4llt es also so ein gesamtindisches Talent zu sein. Es ist mehr Arbeit, wenn man die Sprache nicht versteht, aber auch ein Segen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schauspielerin aus einer adeligen Familie spielt in PADMAAVAT, der im Rahmen der Indischen Filmtage gezeigt wird, eine bedeutende Nebenrolle als K\u00f6nigin Mehrunisa und Filmpartnerin von Ranveer Singh. 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